stadTalk vom 9. Dezember 2010

Martin Werlen

Abt im Kloster Einsiedeln

 Der 58. Einsiedler Abt Martin Werlen ist Kirchen-Abstinenten ebenso ein Begriff wie streng Gläubigen. Das mag an seiner Medienpräsenz liegen – oder auch daran, dass er Konflikte nicht scheut. Bezeichnenderweise trägt eine seiner Veröffentlichungen den Titel „ Konfliktfähigkeit. Spannungen dürfen sein“. So hat sich der 48-Jährige unter anderem mit deutlichen Worten in die Debatte um sexuellen Missbrauch in der Kirche eingemischt. Dabei kritisierte er auch den Papst, von dem er nota bene ernannt wurde: Die Kirchenleitung in Rom habe den Ernst der Lage nicht erkannt, bilanzierte Werlen. Er forderte eine zentrale Anlaufstelle für kirchliche Missbrauchsopfer und ein zentrales Register in Rom, in dem straffällige Kirchenmänner vermerkt werden sollen.
Manchmal beschäftigen den Abt aber auch ganz weltliche Dinge: Als aktiver Nutzer des sozialen Netzwerks Twitter liess er seine „Follower“ neulich wissen: „Tag hat mit einer Erleichterung begonnen, über die ich ganz und gar nicht erleichtert bin: Zahnplombe herausgefallen.“

 

 Moderation: Nicole Meier

 

 

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