Jahresbericht StadTalk Saison 2010/2011


In der vergangenen Saison gingen erneut 13 spannende und abwechslungsreiche Talks über die Bühne. Über 12 von ihnen wurde im Landboten ausführlich berichtet.
Unbestrittenes Highlight der vergangenen Saison war die Elefantenrunde am 12. Mai: Toni Brunner (SVP), Christophe Darbellay (CVP), Jacqueline Fehr (SP) und Fulvio Pelli (FDP) schenkten sich im vollbesetzten Foyer des Volkarthauses gerade in Bezug auf die laufende Atomstromdebatte nichts.

Die grosse Diskussion, die durch den StadTalk losgetreten wurde, erfolgte im Januar mit der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch. Ihre Aussage, es gebe täglich Momente, in denen sie die Wahl in ihr Amt bereue, lancierte eine Debatte darüber, wie ehrlich Politikerinnen und Politiker in der Öffentlichkeit auftreten sollten oder dürfen. Ein heikles Thema griff der StadTalk im Zusammenhang mit der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare auf, zu dessen Diskussion sich die Winterthurer EVP-Nationalrätin Maja Ingold und die Hebamme und Lesbenvertreterin Eva Kaderli zusammenfanden. Berührend war das Gespräch mit der ehemaligen Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP), die über ihre Erfahrungen mit dem (hoffentlich) besiegten Brustkrebs berichtete. Bittere Erfahrungen, jedoch im Zusammenhang mit dem Zürcher Sozialamtskandal, liess alt Stadträtin Monika Stocker (Grüne) im StadTalk noch einmal Revue passieren.

Doch nicht nur Politik prägte die Saison, wunderbar und witzig etwa war der Talk mit der erfolgreichen und erfrischenden Musikerin/Kabarettistin aus Willisau, Frölein Da Capo, und auch jener mit dem angriffigen Einsiedler Kloster-Abt Martin Werlen. Angriffig war beim Besuch von UBS-Kommunikationschef Peter Hartmeier vor allem Moderator Karl Lüönd, der den ehemaligen Tagi-Chefredaktor als «obersten Fassadenreiniger der UBS» bezeichnete. Weitere Gäste waren der Kinderliedermacher Andrew Bond, die Winterthurer Slam Poetin Lara Stoll sowie der Ex-Skinhead Philipp Frei, der sich heute als Sozialarbeiter für die Anliegen der Jugendlichen einsetzt.

Die Finanzen des Vereins stehen gut. Das bescheidene Jahresbudget von rund 15’000 Franken, das dank vieler treuer Sponsoren alljährlich zusammenkommt, wurde nicht ganz ausgeschöpft, es bleiben ca. 1000 Franken für die neue Saison auf dem Konto übrig, sodass die Programmierung der neuen Saison bereits in Angriff genommen werden kann.  Bereits verpflichtet werden konnten der Schweizer Astronaut Claude Nicollier und der abtretende Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, Georg Kreis.  

Dass dies möglich ist, haben wir unseren treuen Sponsoren, Gönnerinnen und Partnern zu verdanken. Darum an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Auch die Zusammenarbeit mit Radio Stadtfilter wollen wir an dieser Stelle erwähnen. Das Radioteam hat uns bei den Talks jeweils die Mühen der Technik abgenommen, unterstützt haben wir das alternative Radio, indem wir ihnen unsere renommierten Talkshows für die Ausstrahlung über den Äther am Samstag Nachmittag zur Verfügung stellten. Zwei Talks, nämlich die Elefantenrunde und auch den Saisonauftakt mit der damaligen Bundesratskandidatin Jacqueline Fehr (SP), wurden gar live übertragen.

Vom Team verabschiedet hat sich Karl Lüönd, der – bereits im Pensionsalter – zumindest versucht, sein Arbeitspensum etwas zu reduzieren. Wir danken Kari herzlich für seine Mitarbeit und wünschen dem renommierten Publizisten bei seinen weiteren Buchprojekten viel Erfolg. Verabschiedet hat sich auch Moderatorin Marion Eberhard, die sich ebenfalls anderen Aufgaben zuwendet. Besten Dank auch dir, Marion.

Was die Zahl der Zuschauer betrifft, so ist der StadTalk grossen Schwankungen unterworfen. Wir dürfen noch zulegen. Im Bereich der Werbung sind weitere Anstrengungen geplant. Ausserdem  werden in der neuen Saison die Talks bereits um 19 Uhr beginnen. Wir erhoffen uns dadurch zusätzlich spontane Gäste.



Winterthur, 14. Juni 2011


Karin Landolt
Vereinspräsidentin